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Lustig ist das Sauerland

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Martin und Anita Bubenheim:  „Lustig ist das Sauerland“, MBE-Verlag Meschede, 2017, 112 Seiten, Taschenbuch, ISBN 978-3-00-056130-6

„In Hundesossen wird auf Touristen geschossen ...“ – das stimmt zwar nicht. Aber immerhin reimt es sich. In seinem Zoff-Hit „Sauerland“ macht sich Reiner Hänsch über Ortsnamen und Sauerländer lustig. Im Land der 1000 Berge gibt es jede Menge amüsante Ortsbezeichnungen. In Stachelau tobt die wilde Sau, da kommen alle Bauern aus Krombach und nach der Feier verprügeln sich alle, da freut man sich schon ’s ganze Jahr drauf.“ Das klingt schon etwas holpriger. Na gut, dass Reiner Hänsch nicht auch noch Faulebutter in seinen Hit gepackt hat. Wer will da schon wohnen?
Ein großer Teil der historischen Orts-, Flur- und Gewässernamen ist heute in seinem Sinngehalt nicht mehr ohne weiteres zu verstehen. Das gilt auch für Faulebutter. Hier eine Erklärung: Das mittelniederdeutsche „vûl“ (faul) wird von August Lübben, Verfasser des Mittelniederdeutschen Handwörterbuchs, als „durch Fäulnis verdorben“ interpretiert. Der zweite Wortbestandteil „bôt“ bedeute Ernte. Die Zusammensetzung „vûlbôt“ bezeichne somit „die durch Fäulnis verdorbene Ernte“, was bei der Höhenlage von Faulebutter nicht selten der Fall gewesen sein mag. Für jeden Halbhüster ist es eine Freude, anderen Menschen mitteilen zu dürfen, dass man in Halbhusten bei Drolshagen wohnt. Dass der Dorfname gar nichts mit einer schwachen Bronchitis zu tun hat, steht jedoch fest. Der Historiker Peter Vitt aus Drolshagen deutet den Ursprung des Ortsnamens „Halbhusten“ wie folgt: Im Mittelalter haben die Klöster, auch das Zisterienserinnenkloster in Drolshagen, versucht, Grundeigentum an sich zu reißen. Die Bauern waren gezwungen, Pacht für das Land zu zahlen, das von ihnen bearbeitet wurde. Man nannte diese Landwirte im Gegensatz zu den selbstständigen Bauern nun „Halfbure“, also Halbbauern, oder einfach „Halfe“. Mit Husten oder Hausen, das oft als Ortsnamensendung einer bestimmten Siedlungsperiode auftaucht, ist eine Ansammlung von Höfen gemeint. Eine mögliche Erklärung für die Namensentstehung von Halbhusten wäre demnach, dass in den Höfen = „Husten“ diese Halbbauern = „Halfe“ gewohnt haben. Zusammengesetzt kommt man dann zu „Halfhusten“ = „Halbhusten“. Neger mit den Örtchen Ober-, Mittel- und Unterneger in der Nähe von Olpe haben auch im Zeitalter der politischen Correctness seine Ortsbezeichnungen nicht hergegeben. Für die Herleitung der Bezeichnungen muss kein Wörterbuch bemüht werden. Die Ansiedlungen, die es zusammen auf 400 Einwohner, mehrere Chöre und einen Schützenverein bringen, liegen im idyllischen Tal des Negerbaches. Röhrenspring, Niedereimer, Anschlag, Bierbaum, Rammelschlade und mehr: „Sauer macht lustig“, sagt man. Demnach müsste das Sauerland eine ziemlich lustige Gegend sein. Und so ist es auch, wenn man sich die Namen vieler Dörfer, Örtchen und Gefilde ansieht und sich fragt, was es damit wohl so auf sich hat: Gibt es in Lahmen Hasen etwa nur schlappe Mümmelmänner? Ist Jäckelchen der heimliche Trendsetter in Sachen stylischer Oberbekleidung? Martin und Anita Bubenheim haben 200 kuriose Ortsbezeichnungen entdeckt. Wissenschaft ist nicht die Sache des Mescheder Ehepaars. Es kommentiert die Namen mit Witz und Humor und folgt so der Sauerland-Hymne von Reiner Hänsch.

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